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Defensiver Offenbarungseid



19.08.2012, 19:42

Nürnberg blamierte sich am Sonntag in Garbsen gegen den TSV Havelse bis auf die Knochen - das 2:3 nach Verlängerung bedeutete das Aus für den Club in der ersten DFB-Pokalrunde. Bei dem behäbigen, uninspirierten Auftritt offenbarte die Mannschaft eklatante Schwächen. Vor allem in der Defensive.

Die Entscheidung: Havelses Vucinovic schiebt die Kugel ins Netz: Klose, Antonio und Simons schauen zu. Schäfer ist diesmal geschlagen, Chandler kann nicht mehr retten.

© imago

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking war mit der langen Vorbereitung zufrieden gewesen und optimistisch in seine Heimat gereist. Garbsen liegt nur gut 25 Kilometer von Bad Nenndorf, dem Wohnort seiner Familie, entfernt. Aber ein erfreuliches Heimspiel sollte es für ihn nicht werden.

Dabei begann alles wunschgemäß mit Alexander Essweins Führungstreffer in der siebten Minute. Doch was danach folgte, war nicht weniger als eine Blamage. Der Viertligist dominierte das Spiel, nutzte die Nürnberger Defizite und erspielte sich eine Vielzahl an Chancen. Dass die Mannschaft bei dem Regionalligisten überhaupt bis zum Ende hoffen durfte, hatte sie bezeichnenderweise ihrem Torwart zu verdanken. Reihenweise musste Raphael Schäfer Großchancen entschärfen, weil die Abwehr ein ums andere Mal wie eine Schülermannschaft aussah.

Die Innenverteidigung mit Marcos Antonio und Timm Klose präsentierte sich schlicht bundesligauntauglich. Fehler im Stellungsspiel, eklatante Schwächen bei hohen Bällen und holpriger Spielaufbau. Bei den beiden lief nichts zusammen. Die Rückwärtsbewegung klappte aber auch im Mittelfeld nicht, Neuzugang Timo Gebhart leistete sich zudem viele Fehlpässe. Und vorne konnte mit Sebastian Polter der dritte Neue aus der Startelf nicht nachweisen, warum er den Vorzug vor Tomas Pekhart erhalten hatte. "Wir haben elementare Fehler in der Rückwärtsbewegung gemacht. Besonders enttäuscht bin ich, dass die Mannschaft nach dem 2:2 das Spiel nicht entscheiden konnte", haderte Hecking mit seinem Team.

In der kommenden Woche wird es in der Bundesliga ernst für den Club. War die Niederlage gegen Havelse ein Ausrutscher oder ist das Niveau gerade in der Innenverteidigung tatsächlich so niedrig? Dann stünde dem FCN ein eminent schwieriges Jahr ins Haus.

Der HSV, Gegner am ersten Liga-Spieltag, unterlag beim Drittligisten Karlsruher SC und flog ebenfalls aus dem Pokal (2:4). Am Samstag treffen sich in der Hansestadt zwei Pokalverlierer, die einen Neustart in die Saison versuchen müssen.





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